Die Runenschrift ist ein echtes, altes ungarisches Schriftsystem. Wenn du deinen eigenen Namen oder ein kurzes Wort damit auf der Haut tragen möchtest, hängt die korrekte Übertragung davon ab, dass du das Wort in Laute zerlegst und nicht Buchstabe für Buchstabe denkst. Für die Laute sz, cs, gy, ly, ny, ty und zs gibt es in der Runenschrift jeweils ein eigenes, festes Zeichen. Die Unterscheidung zwischen Groß- und Kleinbuchstaben ist dagegen eine moderne Konvention, die es in der traditionellen Schrift nicht gab. Bevor du dir etwas tätowieren lässt, solltest du die Übertragung bei einer zuverlässigen Quelle auf Papier überprüfen und zunächst mit einem temporären oder semi-permanenten Tattoo ausprobieren, wie das Motiv in der gewünschten Größe und an der gewünschten Stelle aussieht.
- Für die Laute sz, cs, gy, ly, ny, ty und zs gibt es in der Runenschrift jeweils einen eigenen Buchstaben. Sie werden nicht durch zwei nebeneinandergeschriebene lateinische Buchstaben wiedergegeben.
- Die Verwendung von Großbuchstaben ist eine moderne Neuerung; in der traditionellen Runenschrift gab es keinen systematischen Unterschied zwischen Groß- und Kleinbuchstaben.
- Die Wiedergabe der Laute ö und ü unterscheidet sich je nach Runentradition. Diese Unsicherheit bei der Übertragung ist real und anerkannt und kein Fehler deinerseits.
- Bevor du dir etwas auf die Haut tätowieren lässt, überprüfe die Übertragung bei einer zuverlässigen Quelle und sieh sie dir auf Papier oder als temporäres Tattoo an, bevor du dich endgültig entscheidest.
Was ist Runenschrift und warum probieren Menschen sie als Tattoo aus?
Die Runenschrift, vollständig székely-ungarische Runenschrift genannt, ist ein echtes historisches Schriftsystem, dessen archäologische Spuren bis ins 10. Jahrhundert zurückreichen (Quelle: Altungarische Schrift – Wikipedia). Nachdem die lateinische Schrift zur offiziellen Schrift geworden war, wurde die Runenschrift in bestimmten Berufen und bei den Szeklern in Siebenbürgen im Alltag weiterverwendet. Traditionell schrieb man sie von rechts nach links und ritzte sie in Stäbe. 2015 erhielt das Schriftsystem mit Version 8.0 von Unicode eine offizielle Kodierung mit dem Namen „Old Hungarian“ im Bereich U+10C80–U+10CFF (Quelle: Der Unicode-Standard – Altungarisch).
Dieser Artikel befasst sich bewusst mit den praktischen Seiten des Schriftsystems: damit, wie seine Buchstaben aufgebaut sind und wie du einen Namen oder ein Wort korrekt damit überträgst. Da eine Inschrift in Runenschrift durch einen falsch eingegebenen Buchstaben oder die umgekehrte Schreibrichtung leicht unleserlich werden oder eine andere Bedeutung erhalten kann, probieren viele sie zunächst als temporäres oder semi-permanentes Tattoo aus, bevor sie sich die Schrift dauerhaft auf die Haut tätowieren lassen. So kannst du das fertige Motiv in Originalgröße und an der gewünschten Körperstelle ansehen, bevor du eine endgültige Entscheidung triffst.
Die Buchstaben der Runenschrift und wie sie aufgebaut sind
Die Unterscheidung zwischen Groß- und Kleinbuchstaben ist in der Runenschrift eine moderne Neuerung. In der traditionellen Schrift schrieb man allenfalls den ersten Buchstaben von Eigennamen etwas größer; eine systematische Regel dafür gab es nicht (Quelle: Der Unicode-Standard – Altungarisch). Wenn du dir also die runenschriftliche Version deines eigenen Namens ansiehst, wundere dich nicht, wenn eine zuverlässige Quelle keinen deutlichen Unterschied zwischen Groß- und Kleinbuchstaben macht.
Für die ungarischen Laute sz, cs, gy, ly, ny, ty und zs gibt es in der Runenschrift jeweils einen eigenen Buchstaben. Sie werden nicht durch zwei nebeneinandergeschriebene Grundbuchstaben wiedergegeben. Die offizielle Unicode-Tabelle führt jeden davon als eigenständiges Zeichen auf. Eine korrekte Übertragung besteht also aus so vielen Runenzeichen, wie das Wort Laute hat – nicht aus so vielen Zeichen, wie es lateinische Buchstaben hat (Quelle: Der Unicode-Standard – Altungarisch).
Warum gibt es manchmal mehrere Zeichen für denselben Laut?
Die Wiedergabe der Laute ö und ü unterscheidet sich zwischen verschiedenen Rechtschreibtraditionen der Runenschrift, zum Beispiel dem Nikolsburger Alphabet, den Rudimenta und dem System von Sándor Forrai: In manchen wird dasselbe Zeichen für beide Laute verwendet, in anderen haben sie jeweils ein eigenes Zeichen (Quelle: Der Unicode-Standard – Altungarisch). Das bedeutet, dass zwei gleichermaßen zuverlässige Quellen für denselben Namen leicht unterschiedliche Übertragungen liefern können. Diese Unsicherheit ist real und anerkannt. Es lohnt sich, davon zu wissen, bevor du dich entscheidest, welche Variante du für dein Tattoo auswählst.
So schreibst du deinen Namen oder ein Wort korrekt in Runenschrift
Der erste Schritt bei der Übertragung ist, das Wort in Laute zu zerlegen, statt Buchstabe für Buchstabe vorzugehen: „sz“ ist ein Laut, nicht ein aufeinanderfolgendes s und z. Genauso stehen cs, gy, ly, ny, ty und zs jeweils für einen eigenständigen Laut und erhalten daher jeweils einen Runenbuchstaben. Wenn einer dieser Laute in deinem Namen vorkommt, solltest du ihn zuerst gesondert markieren, bevor du die Runenzeichen Buchstabe für Buchstabe heraussuchst.
Auch die Schreibrichtung spielt eine Rolle: Traditionell schrieb man Runenschrift von rechts nach links, bei heutigen Tattoos und Inschriften kommen jedoch beide Richtungen vor. Kläre deshalb vorab mit der Person, die das Motiv anfertigt, in welche Richtung der Text geschrieben wird, damit die Reihenfolge am Ende nicht vertauscht oder gespiegelt ist.
Auch für die Vokale mit Akzenten (á, é, í, ó, ő, ú, ű, ö, ü) gibt es in der Runenschrift eigene Zeichen. Du solltest sie weder weglassen noch durch einen Vokal ohne Akzent ersetzen, denn dadurch ändern sich der Klang des Wortes und in vielen Fällen auch seine Lesbarkeit.
Beispiel: Die Logik hinter der Übertragung eines kurzen Namens (zur Veranschaulichung, keine fertige Vorlage)
Nehmen wir zur Veranschaulichung den Namen „Zsófia“: Der Laut „zs“ am Wortanfang erhält einen einzigen Runenbuchstaben, nicht erst ein z und dann ein s. Die Laute „f“, „i“ und „a“ erhalten jeweils ein eigenes Zeichen. Dabei ist darauf zu achten, dass der Vokal mit Akzent nicht durch einen lateinischen Buchstaben ohne Akzent ersetzt wird. Dieselbe Logik – das Wort in Laute zerlegen und dann für jeden Laut ein Runenzeichen suchen – gilt für jeden Namen und jedes Wort. Die genauen Zeichen und mögliche Abweichungen bei ö und ü solltest du jedoch immer bei einer Quelle überprüfen, die sich tatsächlich mit Runenschrift befasst, bevor etwas endgültig angefertigt wird.
Die häufigsten Fehler bei Runenschrift-Tattoos
- Gespiegelte Buchstaben oder eine falsche Schreibrichtung: Da traditionelle Runenschrift von rechts nach links geschrieben wurde, kann ein gespiegeltes oder in der falschen Reihenfolge kopiertes Motiv unleserlich werden oder eine andere Bedeutung erhalten.
- Die Laute sz, cs, gy, ly, ny, ty und zs mit zwei getrennten Buchstaben statt mit einem eigenen Zeichen wiederzugeben: Das ist der häufigste Anfängerfehler, denn dabei wird die Denkweise der lateinischen Schrift auf ein anders aufgebautes Schriftsystem übertragen.
- Zeichensätze aus ungeprüften Online-Generatoren zu verwenden: Nicht jeder kostenlose Konverter basiert auf einem genauen oder aktuellen Zeichensatz. Eine veraltete oder fehlerhafte Schriftart wird auch im ausgedruckten Motiv sichtbar.
- Verschiedene Runentraditionen innerhalb eines Wortes zu vermischen: Wenn in einem Wort sowohl Zeichen aus dem Nikolsburger Alphabet als auch aus dem System von Forrai vorkommen, wirkt das Ergebnis uneinheitlich und ist schwer zu lesen – auch wenn jedes einzelne Zeichen für sich korrekt ist.
So überprüfst du die Schreibweise, bevor du dich tätowieren lässt
Bevor du dir ein Motiv in Runenschrift auf die Haut tätowieren lässt, bitte eine Quelle oder Gemeinschaft, die sich tatsächlich mit Runenschrift befasst, um eine Bestätigung. Verlass dich nicht nur auf das Ergebnis eines einzelnen automatischen Übertragungstools. Die Website Rovás Infó zum Beispiel bietet ein vereinheitlichtes, modernes székely-ungarisches Runenalphabet, herunterladbare Schriftarten und Lehrmaterialien, mit denen du deine eigene Übertragung vergleichen kannst.
Sieh dir die Übertragung auch auf Papier oder ausgedruckt an, bevor etwas auf deine Haut kommt. So bemerkst du leichter, wenn ein Buchstabe fehlt, vertauscht wurde oder die Schreibrichtung nicht das ergibt, was du erwartet hast.
Ein temporäres oder semi-permanentes Tattoo eignet sich genau für diesen Test: Es zeigt dir, wie dein übertragener Name oder dein Wort in der gewünschten Größe und an der gewünschten Stelle aussieht, bevor du eine endgültige Entscheidung triffst. Wichtig ist der Unterschied: Bei diesem Test geht es ausschließlich darum, Motiv, Größe und Platzierung auszuprobieren. Er sagt nicht voraus, wie ein permanentes Tattoo mit demselben Text schmerzen oder heilen wird oder wie es genau aussehen wird.
Wenn du dir die Größe lieber in einem anderen Stil, zum Beispiel in feiner Linienführung, vorstellen möchtest, bietet das Motiv Unendlichkeit eine weitere visuelle Referenz – ebenfalls in lateinischen Buchstaben und nicht in Runenschrift. Wenn du statt Runenschrift lieber ein Wort oder Zitat in lateinischen Buchstaben wählen möchtest, kann unser Artikel über Worte und Zitate ein hilfreicher Ausgangspunkt sein. Du kannst dir auch die Kollektion mit Wort- und Zitatmotiven ansehen.
Wenn du dir noch unsicher bist, wie du Größe oder Platz für dein erstes Tattoo auswählst, lohnt sich auch ein Blick in unseren Artikel zur Auswahl deines ersten Tattoos. Nachdem du die korrekte Schreibweise geklärt und bei einer zuverlässigen Quelle überprüft hast, zeigt dir ein individuelles temporäres Tattoo – in diesem Artikel erklären wir, wie du es bestellst –, wie der übertragene Name oder das Wort in der gewünschten Größe und an der gewünschten Stelle aussieht, bevor du eine endgültige Entscheidung triffst.
Wenn dich die ungarischen historischen und nationalen Symbole interessieren, die mit der Runenschrift verbunden sind, zum Beispiel der Turul, behandeln wir dieses Thema ausführlicher in einem eigenen Artikel.


